Spargelhof Kremmen Heute geöffnet

Ein Tag im Leben einer Spargelverkäuferin oder ...

...Samstags in der Kiste.

Als ich aufwache, zeigt Alexa 4.48 Uhr an. Der Wecker ist für 5.15 Uhr gestellt, aber Schlaf ist nicht mehr drin und auch völlig unwichtig jetzt.

Während der erste Kaffee gurrt, putze ich mir die Zähne, überprüfe das Make von gestern und schaue, ob der knall orangene Lippenstift greifbar ist.

Heute muss ich 40 Minuten früher losfahren, weil eine Baustelle mir den Weg versperrt.

Als ich in Nieder Neuendorf ankomme ist es 7. 15 Uhr .Kein Parkplatz weit und breit. Ich parke direkt vorm Häuschen. Die Menschen hier wissen, zu wem diese Mischung aus Auto, Kleiderschrank und Kaffeebechern gehört. Ich gönne mir noch eine kleine kurze Weile draußen unter den Bäumen in der wundervollen Stille. Dann male ich mir die Lippen rot und setze an - jetzt muss ich ganz schnell einen Mann finden, der deutlich größer ist als ich, denn das kleine Spargelhäuschen muss geöffnet werden.

Ich habe Glück. Gleich der erste Kavalier verliert sich in meiner Lippenstifttfarbe. Ich schaue ihn an und lege los:" Hallo, haaaaaaalloooo, ich brauche sooo dringend ihre Hilfe. Ich muss das Spargelhäuschen von innen öffnen, aber alleine schaffe ich das einfach nicht. Ob Sie so nett wären...." Der Mann beißt an, er hilft mir , schiebt die quietschenden Riegel auf, hängt das Oberteil an die Schlaufen und befestigt das Ganze mit 3 Karabinerhaken. Ganz Mann sagt er:" Nee, det können Se ja gar nich alleene schaffen". Heldenhaft unterdrückt er seine Rückenschmerzen, während 10 Meter weiter unser junger und starker Fahrer im Auto sitzt und zuschaut. Er hat gerade erst dieWare geliefert und hilft mir nie. Er lässt sich erst blicken, wenn auch noch der Aufsteller neben der Netto-Leucht-Reklame steht. Nicht ärgern, Corinna, rede ich mir zu und fange an, den Lieferbogen mit der Ware zu vergleichen.
Das ist wichtig. Aber am heutigen Sonnabend kann ich gerade die Kisten durchzählen nd bin heilfroh, dass die Kollegen:Innen im Hof so zuverlässig arbeiten.

Die ersten Kunden stehen um 7.40 Uhr vor mir. Ich habe noch nicht einmal das Wechselgeld in die Kasse gezählt. Aber heute will ich mir keinen einzigen entgehen lassen. Die Umsätze am Donnerstag und Freitag waren für meine Verhältnisse einfach zu gering.

Meine Freundin Enzi, eine 87jährige stark gehbehinderte Frau, drängt sich vor die anderen vier Kunden und keiner meckert. DAS ist aber nur so, weil ich vor ein paar Wochen einem Mann, freundlich und direkt gesagt habe:" Wenn Sie so alt sind, dürfen Sie auch gleich nach vorne kommen." Die Menge unterdrückt ein Lachen und schaut mich schmunzelnd an. Schnell wiege ich zwei Mal ein Kilo vom Besten ab, packe eine Schale Erdbeeren ein und sage Enzi den Preis. Mehr als 2 Cent Trinkgeld nehme ich von ihr nicht. Strahlen nimmt sie ihre Ware entgegen und geht langsam und vorsichtig nach Hause. Ich weiß, wieviel ihr dieser regelmäßige Spargelkauf und meine Hilfe bedeuten.

Ein letztes:" Sei vorsichtig und hab ein schönes Wochenende" rufe ich ihr noch hinterher. Dann geht's richtig los.

Als ich das erste Mal auf die Uhr schaue, ist es 11.30 Uhr und es bahnt sich eine leichte Ruhe an. Schnell husche ich ins Auto und hole meine Taschen mit dem Portemonaie und eine Flasche Wasser. Dann geht es auch schon weiter. Die Wasserflasche steht um 15 Uhr immer noch ungeöffnet unter dem Verkaufstisch. Die ersten 4 Kisten sind leer, die nächsten vier auch fast. "Ham Se heute keene Spargelstücke?" "Ne," sage ich, "heute gönnen Sie sich einfach mal den Juten. Ich bin übrigens nur noch zwei Wochen hier und leider nicht mehr donnerstags." DAS habe ich heute so gut wie jedem erzählt. Ich bin traurig darüber, denn diese Menschen und diese Arbeit sind mir so ans Herz gewachsen.

Da ich weiß, dass es für den Spargelhof schwer ist, zuverlässige und gute Verkäufer:Innen zu finden, habe ich mich immer mal umgehört. Aber keiner will meinen Job machen. "Ist mir viel zu anstrengend, da biste ja 12 Stunden auf Achse. Und dann die schweren Kisten und diese Rechnerei, ne, ich bleibe lieber im Garten." Ich nicht. Ich würde gerne, zu gerne weiter machen.

Als der Spargel ausverkauft ist (nur den billigen wollte heute fast keiner haben), setze ich mich zum ersten Mal hin und sehe, dass mir meine Kunden Becher mit Kaffee zwischen die Kisten gestellt haben. Viele wissen, dass ich mir den Kaffe nie selbst hole, weil ich mein kleines Häuschen dann nicht mehr sehen kann. Vor Rührung schießen mir ein paar Tränen in die Augen.

Als Redakteurin war ich viele Jahre fest angestellt. In Hamburg, Lüneburg, Gifhorn, Braunschweig und zuletzt 10 Jahre bei Springer in Berlin. Ich liebe meinen Beruf, aber ich musste ihn aufgeben, als ich Mutter wurde mit fast 40. Seitdem bin ich selbständig, habe zuletzt immer wieder Promotion gemacht und in schrecklichen Märkten gestanden. Vom Fernseher über Lebensmittel aller Art bis hin zu Spielzeug in der Vorweihnachtszeit habe ich so ziemlich alles verkauft. Aber seit meiner letzten Festanstellung war ich nie mehr so glücklich wie in dieser Zeit.

Es ist 17:50 Uhr und ich fange langsam an, die Abrechnung zu machen. Wie an jedem anderen Tag auch, kommen alle paar Minuten noch Leute und fragen:" Haben Sie noch Spargel?" "Gibt's noch Erdbeeren?" Ich verkaufe, was ich noch habe und suche mir dann wieder einen Mann, der mir hilft, das Häuschen zu schließen. HEUTE bin ich mit dem Umsatz zufrieden und weiß, dass der Spargelhof das auch sein wird. Danke lieber Gott für diesen schönen Tag. Die Rückenschmerzen und den Hunger verdränge ich. Viel zu unwichtig.

Um 19.20 Uhr fahre ich nach Hause. Erst als ich ins Auto steige merke ich, dass ich den ganzen Tag nicht einmal zur Toilette musste. Kein Wunder, ich hatte ja auch so gut wie keine Zeit, etwas zu trinken.

Was für ein Tag!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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